Zwei Wochen Urlaub

Heute ist mein erster Arbeitstag nach zwei Wochen Urlaub, zwei echten, richtigen Wochen Urlaub, in denen ich zwar keine spektakulären Reisen unternommen habe, dafür aber die vielleicht deutlichste und nachhaltigste Entkoppelung von meinem Arbeitsleben und -denken erreichen konnte – ohne behaupten zu wollen, dass dies mein Verdienst gewesen sei.
Nach sechs Jahren in einer kleinen, ambitionierten Agentur habe ich den Wechsel in ein viel größeres Unternehmen vollzogen und mir bewusst eine nicht-essentielle Position innerhalb des Unternehmens gewählt. In meiner Verantwortung für Digitales, v.a. Social Media wird mit mir kein Geld verdient und ich arbeite auch niemandem direkt zu, der/die Geld verdient und mich dafür braucht, d.h. ich bin verzichtbar und auch wenn man das ungern über den eigenen Arbeitsplatz sagt, birgt dieser Sachverhalt enorm wohltuendes Potential für den Urlaub.

Des Arbeitnehmers schlechtes Gewissen in der nicht durch Notfälle erzwungenen Abwesenheit kam kaum zum Tragen. Ich habe immer mal in meine Mails geschaut, aber mit fortschreitendem Urlaub seltener und nur noch zum Wegsortieren standardisierter Benachrichtigungen oder Newsletter.

Da erst vor Kurzem zwei junge Katzen eingezogen sind und wegen der Coronavirus-Pandemie Reiserei einen starken Dämpfer bekommen hat, stellten sich die zwei Wochen Urlaub als ein 14tägiges Wochenende dar, in dem ich zu Erledigungen und kleinen Unternehmungen, aber auch zum Lesen („Wir sind Fünf“) und Spielen („Sekiro“) kam. Es war eine Fülle aus Kleinigkeiten anstelle des sonst typischen Reiseabenteuers mit ein wenig Puffer vorne und hinten. Es war eine echte Auszeit.