Hauptsache anders

Jeder kennt diesen einen unnötig existenten Menschen in seinem Umfeld – dieses eine Subjekt, das einfach nicht ganz normal, kollegial, sozial, freundschaftlich, kameradschaftlich mitspielen kann.

Mottoparty „Dschungel“: Er kommt als Bulldozer.

Mottoparty „Himmel“: Er kommt als Teufel.

Mottoparty „Ganz in Weiß“: Nein, er kommt nicht ganz in Schwarz, sondern so knallbunt wie es geht. Neonfarben, auch die Perücke.

Jeder der Gäste – und die Gastgeber auch – hatte kurz den Gedanken, wie aberwitzig es wäre, als das genaue Gegenteil oder ein schadenfreudige Pendant aufzutauchen, aber weil wir keine vier Jahre alt mehr sind, lassen wir den Mist und verhalten und respektvoll dem Motto gegenüber, auch wenn wir Mottoparties saudumm finden – oder vielleicht sogar grade deswegen. Augen zu und durch, wenn man schon nicht die Eier hatte, abzusagen, weil man Mottoparties saudumm findet.

Spontanes Verhalten ist auch betroffen.
Alle sollen die linke Treppe nehmen. Er rennt kichern und winken die rechte Treppe lang. Man hätte sie verminen sollen.

Ich habe keine Ahnung, was in solchen Menschen vorgeht. Man kann originell sein, ohne ein Störenfried zu sein. Man kann anderen ihren Spaß lassen und trotzdem seinen eigenen haben – ohne eine bewusste Brechung mit genau dem Spaß der anderen dafür zu brauchen.