Pommes

Ich mache mir grade Pommes, schnöde Tiefkühl-Pommes. In meinen Augen muss man nicht immer ein Diorama aus Nahrungsmitteln für eine einzige Mahlzeit ausbreiten. Ich werde gleich einfach nur Pommes essen. Manchmal esse ich eine Schale Pilze – genug um davon satt zu werden. Manchmal einfach nur ein-zwei Scheiben Brot – „trockenes“ Brot, frisch vom Laib geschnitten. Manchmal eine Packung Bratwürste – roh, so wie sie aus der Packung kommen. Manchmal Fischstäbchen – so viele eben bequem in meine Pfanne passen.

Viele meiner Mahlzeiten sind keine Bausätze aus Vorspeise, Hauptgang, bestehend aus eigentlichem Essen, Beilage, Garnierung, Soße und pfiffiger Beigabe, danach Nachtisch.

Wenn ich das Pech habe, auf eine meiner Mahlzeiten angesprochen zu werden und dann wahrheitsgemäß antworte, dass ich diese oder jene eine Sache esse, werde ich immer gefragt „Und nichts dazu?“

Ich weiß, dass diese Frage nur ein Reflex ist, aber mich stört die Unterstellung mir und meiner Antwort gegenüber. Im Grunde wird doch angezweifelt, dass ich alles, was als Antwort zu nennen gewesen wäre, wirklich genannt habe. Und demnach muss ich angestoßen werden, wirklich alles preiszugeben und nicht nur einen Teil. So als würde ich mitten in einer Vorstellungsrunde nur meinen Vornamen sagen und dann schweigen – entweder aus Berechnung oder mentalem Defizit. So als würde ich das Alphabet aufsagen und bei K narkoleptisch werden, sodass man mir einen Klaps verpassen muss, wie bei einem alten Fernseher.

Wenn meine Antwort „Pommes“ lautet, ist das die Antwort. Die ganze Antwort.