Auf Liebe programmieren

Basierend auf einer Studie über das Verlieben wurden 36 schnaffte Fragen erstellt, anhand derer man zwei Menschen wohl ziemlich sicher in unter zwei Stunden zu Verliebten machen kann.

NY Times Artikel samt aller 36 Fragen

Kernaussage der Studie und damit Basis der Fragen ist die Grundannahme, dass das gegenseitige Zeigen von Verwundbarkeit und das gemeinsame Offenbaren von eigenen Angriffspunkten der vielleicht beste Katalysator beim Knüpfen von Banden sei. Die Fragen provozieren in drei Intensitätsstufen das Kennenlernen der Probanden – zunächst über sanfte Fragen wie die nach dem Lieblingspromi als Abendessensgast bis hin zu Verwundbarkeitsoffenbarung mit Ansage durch Fragen nach den schlimmsten Erinnerungen oder einem „Wenn Du wüsstest, dass Du heute Abend stirbst…“-Szenario.

Ich habe mich nicht eingehend mit der Studie beschäftigt, aber ich gehe mal davon aus, dass nicht nur die rein romantisch-sexuelle Form der Liebe gemeint ist, sondern die allgemeine intime Zuneigung zwischen Menschen, also gern auch platonische Liebe. Es fällt nämlich schnell auf, dass Faktoren wie Attraktivität zwischen den Testpersonen keine relevanten Bestandteile der Versuchsanordnung sind und ich weigere mich auch zu glauben, dass dank einer Sitzung mit allen 36 Fragen aus Personen, die sich gegenseitig nicht anziehend finden, trotzdem Turteltauben werden können.

Was mich am ehesten an den Fragen fasziniert, ist ihre Kombination aus einer prinzipiellen Einfachheit und sozialpsychologischer Aufladung. Die Fragen sind weder doppelbödig noch suggestiv, sondern sehr geradeheraus, aber durch ihre Inhalte und den angedachten Kontext „Ich sitze einer anderen Person gegenüber“ extrem spannend. Ich glaube auch, dass jeder Leser der Fragen zumindest erahnen kann, wie sich die beiden Teilnehmer nach der letzten Fragen fühlen werden.
Vielleicht nicht verliebt, aber einander unweigerlich näher.