Vier (erste) Grundsätze für dasGroßstadtleben

Liebe Mitmenschen mit keiner oder nur wenig Großstadterfahrung und jene mit mangelndem Bewusstsein für ein Leben in der Großstadt: ich als Großstadtbewohner möchte euch heute ein paar Dinge ans Herz legen, auf dass wir alle hoffentlich bald besser miteinander klarkommen.

1.
Ihr seid niemals allein oder ganz für euch. In Großstädten leben Menschen auf engstem Raum und das gilt für jeden Flecken im Stadtgebiet. Jeden. Selbst wenn ihr niemanden um euch herum sehen könnt, seid ihr immer in Hörweite eines Mitbürgers. Immer.
Wer Abgeschiedenheit und Isolation sucht, soll in die Einöde des Landlebens absteigen. In Großstädten ist man immer Teil der Wahrnehmung anderer und sollte das auch bedenken.

2.
Solange euer Name nicht Usain Bolt lautet, gibt es immer jemanden, der schneller ist als ihr. Immer. Überall. Egal wo (siehe hierzu Punkt 1). Also nehmt nicht unnötig Platz ein, lasst stattdessen immer die berühmte Rettungsgasse am Rand eines Fußweges, Bahnsteigs, Flurs etc. Selbst der noch so verlassen wirkende Spazierweg leicht abseits der eigentlichen Stadt ist keine Ausnahme. Jogger und Radfahrer verkehren hier, also verteilt euch nicht quer über den Weg. Rückt zusammen, ist ja auch romantischer.

3.
Platz ist rar, ganz besonders in Großstädten. Das bedeutet, dass kein Quadratzentimeter einer Großstadt nutzlose Fläche ist. Alles ist Fahrspur, Gehweg oder Parkplatz. Wer verharren will, sollte sich den Standpunkt hierfür gut aussuchen. Ansonsten trifft nämlich ganz schnell Punkt 2 zu: ihr seid im Weg.

4.
Großstädte sind in allem organisiert. Selbst die Tauben kacken nur nach Schichtplan. Der Klassiker als Beweis: Rechts stehen, links gehen*. Wer diese Regel nicht kennt, ist schonmal ein perfekter Kandidat auf einen Störfaktor. Keiner kann jede Regel blind riechen. Darum achtet auf die Dynamiken um euch herum. Im Zweifel entscheidet immer die Masse. Macht es den anderen nach. Basisdemokratie in basalster Schönheit.

*das Gesetz der Rolltreppe